Zum 12. Male trafen wir uns in der alten Schule um unser Raduno Estate, das traditionelle Sommertreffen zu feiern.

Diesmal feierten wir aber auch 50 Jahre FalconeClub und das Wetter hielt dazu Festtags Qualität parat. Soll und muss es denn diesmal was besonderes werden? Was können wir da eigentlich noch toppen nach einem Monat der großen erfolgreichen Sommertour nach Mandello ? Ich überlegte und entschied: Nein! Wir machen alles wie immer. Es wurden sogar Spiele wiederholt, wie das Armbrustschießen und das Schwungscheibenrollen von anno tobacco. Aber da ich ja mit der zunehmenden Tendenz der Vergesslichkeit rechnete, tat das dem Spaß keinen Abbruch. Die Trialstrecke wurde etwas umgestaltet, da sie auch für unsere Zeltcamper Platz bieten musste. Zeltdurchfahrten wurden dann doch als Idee verworfen um unserer Club-Werks-Stornello keine weiteren Kratzer zuzufügen, nachdem wir mit etwas Mühe die ausgelutschte 125er vom letzten Jahr wieder einsatzfähig gemacht haben. Sie rasselte ohne Probleme vor sich hin und ertrug jeden Fahrer/in. Sogar den Klaus Menke, der mal kurz die Crossqualitäten des kleinen Stars herausforderte. Was für ein Spaß für die Zuschauer! Zumal er dabei den Apfel komplett verspeiste der statt wie vorgeschrieben nur einen Biß verlangte.

Die Ausfahrt ging dann geführt und ausgearbeitet von unserem Youngster Carlo Breuer zur Bevertalsperre. Circa 40 Guzzis setzten sich in Bewegung, parkten dort im Schatten und nach einigen Metern genossen die erhitzten Fahrer die gekühlten Katakomben der Bevertal Staumauer.

Das sieht man nicht alle Tage und war sehr beeindruckend. Mehr kann ich dazu nicht sagen, da ich selbst mit Luigi und dem Feuerwehrauto nach Getränken Ausschau hielt. Denn viel Wasser schauen macht halt auch durstig. Das leicht angeschmolzene Eis als kleine Überraschung wurde dankend angenommen und alle sind in Much dann wieder angekommen (reimt sich halt), nachdem die Airone von Horst wieder ihren verlorenen Funken hatte, Tom seine Falcone ins nah gelegene zu Hause stotterte, blieb der Feuerwehrwagen leer, den Felix Breuer unser Jüngster wie eine RennGuzzi um die Kurven des Sauerlandes steuerte. Das war mir recht, denn ich hatte noch einiges an Ehrungen vorzubereiten.

Es war mir ein anliegen auch mal jene Helferlein zu ehren ohne die ein Präsi verloren ist.
So wurden nach dem traditionellen und wie immer köstlichen Spießbraten-Schmaus von André und Anette einige von uns mit einer Urkunde und kleinen Geschenken bedacht. Ich zähl hier der Kürze wegen mal auf und werde über jeden in der nächsten Falcone Post eine Story schreiben:
Carlo Breuer, Michael Brückner, Lothar Tamms, Ludger Ellenberger und natürlich auch Klaus Burrichter, der uns die druckfrische Falcone Post exklusiv nach Much mitbrachte.
Der mit Liebe gestaltete Preis für die schönste Guzzi des Treffens ging in die Schweiz. Stefan Granwehr auf seiner seltenen GTW von 1934. Den Preis für „Die Beste“ auf 2 Rädern ging an Ingrid. Sie ließ die Männerwelt mit 6 Zentimetern Abstand zur Campari Flasche weit hinter sich.
Der Beste wurde knapp vor Peter Peters unser Michael Brückner. Der Kilometerpreis auf einer Falcone wurde wie im Vorjahr unser Volker König aus dem über 600 km entfernten Risa, der seit letzte Jahr gefühlt nur noch auf seiner Guzzi sitzt. Ich meine auch zu bemerken, dass sein Hintern die Form eines Schwingsattels angenommen hat.

Nach den Ehrungen und einem Exkurs von Francobollo in die Statuten der Mi-Ta 2027 warteten wir auf die Dunkelheit der lauen Sommernacht und eröffneten unser Open Air Motorradkino. Dieses weltweit einzig dokumentierte Motorrad-Guzzi-Kino von 2021 verdiente eine würdige Wiederholung im Jubiläumsjahr 2026. Impressionen unserer letzten Veranstaltungen, von Carlo zusammengefügt, liefen da bunt über die Leinwand die am Club-Migo-Feuerwehr-Auto befestigt wurde. Unsere Monocilindri wurden hierzu vor die Leinwand positioniert und zu Kinosesseln umfunktioniert.

Ja, das war es auch schon…wenn da nicht doch noch ein Knaller zum fünfzigsten Geburtstag folgen sollte. Die Idee eines Feuerwerks spukte schon lange in mir rum, doch die lang anhaltende Trockenheit und Hitze verbot dies leider. Eigentlich… „No risica no rosica!“ so sagt da der Italiener in mir und ich schoss die Warnung in den nicht vorhanden Wind und das Überraschungsfeuerwerk in die Luft. Fast 2 Minuten versprühtem die Fontänen ihren Zauber unter wie lauten Fehlzündungen anmutenden Knallgeräuschen. Das animierte unsere Falconisti das gleich zu tun. Sie setzten ihre Schwungscheiben in Bewegung und unter erstauntem „Oooh, Aahhh, Uihhh und: Das ist der Wahnsinn! Unglaublich!“ ging dieses letztlich berauschende Fest zu Ende.
Ja! Wahnsinn und Unglaublich!
Unser Falcone-Club von 1976 – 2026 und kein Ende in Sicht!
Euer Matteo