Coupes Moto Légende – Dijon Prenois 2026

Auch 2026 haben die Editions LVA zu den Coupes Moto Légende zum Circuit Dijon Prenois eingeladen. Mittlerweile ist es wohl das größte Treffen für Vintage Motorräder in Europa, welches um die 30000 Schaulustige anlockt. In etwa 1200 (!!) Motorräder aller Kategorien waren dieses Jahr gemeldet. Man sieht einfach von Allem was so gebaut und umgebaut wurde.

Man kann wirklich nur die tadelose Organisation würdigen. Nichts wird dem Zufall überlassen. Es gibt saubere Sanitäranlagen. Frisches Brot und Bier (man lese: Mineralwasser) und allerlei mehr. Dazu ein paar Stars der Szene wie Ago, Antonio Frigerio und natürlich der Falcone Club aus Deutschland. Die Anreise erfolgt bei den meisten am Donnerstag. Man stellt sich in die Reihe und holt beim Welcome Center seine Unterlagen ab, wenn man sie denn nicht geschickt bekommen hat.

Für den Falcone Club zeichnete sich Michael Brückner als Federführender GO aus. (GO sind die Gentils Organisateurs beim Club Med). Wer alles kommt, ist nie so ganz klar, weil einige dann doch kurzfristig entscheiden. Michael meint nur lächelnd: Organisiertes Chaos, da sind wir die Besten. Horst, Bärbel und Frieda sowie Ralf stehen schon oben auf der Wiese und laden zum Käse und Bier ein. Carlo hat es auch geschafft zu kommen, obwohl seine Teilnahme nicht gesichert war. Nicht ohne Stolz präsentiert er seine Albatros Replika die kurzfristig fertig wurde.

Hier müssen wir als Dijon Truppe aber auch einen grossen Diener machen. Ohne Carlo hätten wir kein Stromaggregat gehabt oder zumindest kein solch professionelles. Keine Zapfanlage auf V7 Basis (Oh Gott, allein der Gedanke!) Keine Tische und dergleichen mehr. Volker und Helma sind samt Airone angereist und werden dieses Mal bei den Falconisti campen. Weitere Gäste sind Alex mit Kumpel Wuschel, Patrick aus der Lorraine, sowie Christoph und Madame. Die Liste ist bestimmt nicht komplett.

Freitag 8h00: Clubunterlagen erhalten. Um 9h00 dann Einmarsch. “Ah vous êtes avec le Falconn!” Ja klar bei dem großen Logo auf dem Camper hilft kein herausreden. Alle sind très charmant. Beim dem sagenhaften Wetter wohl verständlich. Gleicher Platz wie letztes Jahr. Gleiche Nachbarn, die Buij Hansjer die dieses Jahr aber nur zu zweit anreisen. Von daher viel Platz zur freien Verfügung. Georges hat Pascale seine Gattin dabei und erlaubt sich dieses Jahr im Camper zu schlafen. Die Falcone steht in der Garage des Campers. Deutliches Upgrade zum Zelt von letztem Jahr. Michael hat seine Lodola dabei. Und so sieht man dann irgendwann vier oder mehr rote Maschinen in Reih und Glied unter dem Clubzelt stehen, ganz zur Freude der vielen Schaulustigen. In Frankreich scheint es keinen Guzzi Vintage Club zu geben, denn viele haben uns angesprochen.

Nach dem Aufbau ist dann Akkreditierung angesagt. Kleiderinspektion zu erst. Also die schweren Kombis, Helme, Handschuhe, Protektoren und Schuhe in der prallen Sonne hoch schleppen. Sie werden akribisch inspiziert und so ist die Schlange entsprechend lang. ECE2205 Helme sind nur noch dieses Jahr geduldet. Nagelneue Rev-it Handschuhe gar nicht, weil nicht komplett aus Leder. Die alten zerflederten Lederhandschuhe gefallen dem Prüfer dann besser. Abgehakt. Dann werden die Bikes geprüft, so ein klein bisschen. Alle ok. Der Prüfer meint, die Vorderbremse der Falcone würde gehen. Ja klar mit den guten Tipps von Migo und Wolfgang und einigen Testfahrten passt es jetzt.

Carlo ist nicht so ganz zufrieden mit der Albatros und schraubt am Vergaser.

Die Hitze macht sich bemerkbar. Fast 30 Grad im Schatten.

Zum Glück gibt es genügend Tränken und nach dem ganzen Admin Kram kommt das Bit aus der Zapfanlage vom Club gut an. Abends wird getafelt und getrunken. Die Details dieser Aktivitäten sind dem Schreiber nicht bekannt weil er früh zu Bett ging oder er hängt den Mantel der Verschwiegenheit darüber. Was in Dijon passiert bleibt in Dijon.

Carlo darf als Erster an den Start. 8h45 Serie D. Seine Albatros spielt mit und er ist sichtlich erleichtert. Wahrscheinlich spielt sie aber nicht so wie er sich das vorstellt, denn er schraubt dann doch wieder dran.

Als nächster ist Georges am Start 15h40. Er hat eine “custom made” Kombi dabei. Moto Guzzi Logo vorne drauf, Majerus hinten. Dazwischen zwei Airbags. Einen von Dainese und einen aus Biopren. Etwas eng könnte man meinen und so bedarf es einiger Kraft der Knappen, bis der Ritter die Rüstung an hat.

Die Falcone spielt mit, aber sein erstes Rennen ist nach zwei Runden vorbei, weil ein rasanter Daredevil aus der Schweiz seine Matchless zu Schrott gefahren hat und sich selbst fast mit. “Das ist ja wie beim ersten Sex” meint der Georges, dessen erstes Motorradrennen es überhaupt sein soll. “Kaum begonnen, schon vorbei.”

Um 16h55 sind Volker und Michael am Start. Kategeorie E. Also Mofa Liga bis 350ccm. Michael erkennt man wieder sehr gut an seinem Helm. Er fährt sehr solide Runden und ist sichtlich zufrieden mit sich und der Lodola. Volker wechselt prophylaktisch die Zündkerze.

Abends großer Besuch. Antonio Frigerio und Pino Todero, unsere Freunde aus Italien kommen zum Stand, trinken Bier und essen Lyoner Pfanne von unserem Michael. Mit viel Musik, sprich Cipolla also Zwiebeln. Köstlich. Musik gibt es auch von den Flying Gaskets. Sie spielen wieder ein Konzert mit mehr oder weniger der gleichen Setlist und grooven wie Sau oder vielleicht doch nicht.

Sonntags ist Carlo wieder als Erster dran. 8h30 schon und direkt danach Michael und Volker. Wobei Volker es nicht auf die Piste schafft. Schade. Carlo bricht auch früher ab, weil irgendetwas pfeift und schraubt mal wieder. Das kommt einem bekannt vor, wenn die Nachbarn sagen: “Du schraubst ja mehr als du fährst!” naja BMW BJ 2025 kann ja jeder fahren. Nur die wahren Helden fahren und schrauben Guzzi.

Einen ganz großen Moment gab es, als Pino ein wirklicher Guzzi Held aus eigenen Stücken den Carlo besucht, um ihm zur Seite zu stehen. Er hat beim Zuschauen bemerkt dass die Albatros nicht so ganz toll lief und klang. Kurze Zeit später schraubt er auch was das Zeug hält. Es hält dann aber wohl doch nicht.

Georges hat seinen ersten richtigen Sex ehm richtiges Rennen dann um 10h10 und es klappt dann auch schon viel besser. Ein paar Schrauben liegen aber auf der Piste, denn Donna Carla – die Falcone – vibriert in den höchsten Frequenzen. Es wird festgeschraubt und nach Ersatz gesucht in Migos Teilekiste. Draht tuts auch.

Aber weitere Rennen wird es nicht geben an dem Tag. Carlo und Volker wegen Ihre Bikes können nicht starten. Michael und Georges wären sehr spät dran gewesen und erklären sich solidarisch und helfen wie alle anderen beim Abbau des doch imposanten Clubstands. Ein weiterer Programmpunkt ist ja auch noch geplant. Mehr durch Zufall sind letztes Jahr einige in Langres eingekehrt gewesen und haben es so genossen, dass dieses Jahr ein weiterer Besuch beschlossen wurde. Gemeinsames Apero und Abendessen. Die meisten im Hotel. Frieda, Bärbel, Horst, Georges und Pascale stehen auf dem Campingplatz, der tatsächlich intramuros ist also nur 10min zu Fuß. Langres ist nicht groß, aber eine sehr schöne Stadt mit tollen Festungsmauern und einer großen Kathedrale. Das lokale Bier mundet uns auch. “Le p’tit jaune” der Ricard. Insgesamt zehn Leute. Ich glaube fast, dieser Programmpunkt wird zur Tradition.

Die Reise und der Aufenthalt in Dijon ist mit viel Aufwand verbunden, aber der Falcone Club hat immer einen der besten Stände. Und die Nachbarn mit ihren hässlichen K2 Bikes können den ItalienerInnen das Wasser nicht reichen!

Oh, quanto sono belle quelle vecchie Moto Guzzi!

Auf ein Neues im nächsten Jahr!

Text: Georges Majerus
Fotos: Horst Friedrich, Georges Majerus, Michael Brückner